Was soll ich studieren?

Ein weiterbildendes Studium ist auf jeden Fall sinnlos. Diese Einsicht kann relativ schnell kommen. Man kan sich finanziell verbessern, eine bessere berufliche Position erreichen und mehr Verantwortung übernehmen. Überall hört man vom Lebenslangen Lernen und die Wichtigkeit dieses Konzepts ist auch klar. Doch die Frage: „Was soll ich studieren?“ ist auch im Bereich der Weiterbildung sehr wichtig. Mit dem falschen Studium kann viel Geld und viel Zeit verschwendet werden. Im schlimmsten Fall lernt man nichtmal wirklich was dazu. Umso wichtiger ist es, aus dem gewaltigen Angebot an weiterführenden Studiengängen das richtige für die individuellen Bedürfnisse und die aktuelle Situation auszuwählen.

Warum weiter studieren?

Um zu wissen, was man studieren soll, muss zunächst geklärt werden, was für einen persönlich die wichtigsten Gründe für das Studium sind.

Mögliche Gründe für ein weiterführendes Studium:

  • besseres Gehalt
  • Aufstiegschancen
  • mehr Verantwortung
  • besser im Job klarkommen
  • Interesse
  • Wissen in einem bestimmten Gebiet erweitern
  • nicht einrosten
  • Spass
  • von der Steuer absetzen

Das sind einige mögliche Gründe, die zu der Entscheidung für ein weiterführendes Studium beitragen können. Das sind also zum einen monetäre Anreize. Man will einfach mehr Geld verdienen. Dann geht es um Aufstieg und mehr Verantwortung im Job. Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch das Interesse für das Thema. Eventuell konnten im Erststudium schon Einblicke in genau dieses Themengebiet erhascht werden. So ist das Interesse gewachsen und nun möchte man einen konkreten Abschluss in dem Feld erreichen. In diesem Fall ist es eine ganz andere Motivation, die die Frage bestimmt: Was soll ich studieren?

Ein wichtiger Grund kann auch darin liegen, dass man geistig nicht einrosten möchte. Im Studium wird man meist voll gefordert und lernt, wie man effektiv Wissen speichert und abruft. Das Gehirn ist hierbei voll gefordert und es kann sich wirklich gut anfühlen, auf diese Weise den Geist zu trainieren. Wer dann in die Eintönigkeit des Berufslebens abtaucht, der merkt unter Umständen schnell, dass der Geist nicht mehr voll gefordert ist. Die ersten Anzeichen bestehen darin, Wortfindungsstörungen zu haben oder plötzlich mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen. Ein Studium neben dem Beruf kann dabei helfen, wieder geistig fit zu werden.

Es gibt natürlich auch den einfachen Grund „Spass an der Sache“. Studieren kann Spass machen. In dem Fall spielen finanzielle oder karrierebezogene Gedanken keine Rolle. Man will einfach etwas sinnvolles mit der Freizeit anfangen. Wer viel Lohnsteuer zahlt, der wird sich zudem Gedanken machen, was er alles absetzen kann, um Geld nach der Steuererklärung wiederzubekommen. Ein Fernstudium oder eine andere Form des weiterbildenden Studiums können als Werbungskosten steuerlich abgesetzt werden.

Was konkret studieren?

Um dir Frage „Was soll ich studieren?“ zu beantworten, kann es ein erster guter Schritt sein, sich alle Gründe, die einem für dieses Studium einfallen, auf einen Notizzettel zu schreiben. Dann können wichtigere Punkte hervorgehoben werden. So kann jeder für sich persönlich die Hauptmotivation für das Studium feststellen. Ausgehend von diesen Überlegungen kann im nächsten Schritt die Wahl des Abschlusses stattfinden.

Master, Bachelor oder Zertifikat?

  • Master nach Bachelor
  • Wer im Erststudium einen Bachelor erreicht hat, für den ist der Master der nächste logische Schritt. Das wäre ein höherer Studienabschluss, der (wenn man ihn im gleichen Fachgebiet absolviert) ein höheres Gehalt und mehr Verantwortung verheisen kann.

  • Master nach Master
  • Wer bereits einen Master hat und nun in einem anderen Fachgebiet ebenfalls einen Master anstrebt, der kann sich bessere Karrieoptionen prinzipiell nur dann erwarten, wenn das neue Fachgebiet eine gute Ergänzung darstellt. Denkbar ist das zum Beispiel bei einem Erststudium im Bereich der Sozialwissenschaften und einem Master in Wirtschaft.

  • Bachelor
  • Wer bereits einen Bachelor erreicht hat, der wird mit einem weiteren Bachelor in einem anderen Fach eher die Motivartionsfaktoren Interesse oder Spass am Studium befriedigen. Aus Karriersicht macht dieser Schritt nicht viel Sinn.

  • Zertifikat
  • Ein Zertifikatsstudium kann Sinn machen, wenn man karriereorientiert studiert. Hier kommt es aber stark auf das Thema und die Qualität des Studiums an. Wer aus Interesse studiert oder nicht einrosten will, für den bietet sich ein Zertifikatsstudium in jedem Fall an. Die Prüfungen sind nicht so hart wie bei Bachelor und Master und das Studium kann deutlich lockerer neben dem Beruf absolviert werden.

Wenn klar ist, welcher Abschluss für die individuellen Ziele am meisten Sinn macht, kann man sich jetzt konkret um das Fach Gedanken machen. Natürlich ist diese Reihenfolge der Überlegungen variabel zu sehen. Eventuell gibt es für das Wunschfach kein Zertifikatsstudium oder die Anforderungen für das Masterstudium werden nicht erfüllt.

Mögliche Überlegungen zur Wahl des Fachgebietes:

  • Spezialist in meinem Gebiet werden
  • Wer Spezialistentum anstrebt und so die Karriere anfeuern will, der muss sich natürlich einen Master oder ein Zertifikatsstudium in seinem konkreten Fachgebiet suchen. Wer zum Beispiel im Erststudium Maschinenbau studiert hat, der kann sich im weiterführenden Studium konkret auf Baumaschinen spezialisieren. Wenn die Konjunktur mitspielt ist das eine gute Voraussetzung für mehr Geld und Verantwortung.

  • flexibler Generalist werden
  • Flexibilität ist natürlich auch eine gute Möglichkeit, um die Karriere zu befeuern und mehr Geld zu verdienen. Wer in vielen (verwandten) Themengebieten gute Kenntnisse erlangt, der bietet sich für Führungspositionen an, die alle diese Gebiete zusammenfassen. Wer also z.B. Informatik als Erststudium absolviert hat, der kann sich mit weiteren Zertifikaten oder einem Master in speziellen Unterdisziplinen interessant machen.

  • Wirtschaftsfachmann und Generalist
  • Ein wirtschaftliches Zusatzstudium ist immer eine gute Idee, wenn es um die Karriere geht. So kann man sich vom Spezialisten (dessen Aufstiegschancen begrenzt sind) zum Wirtschaftsfachmann und Generalisten entwickeln (der für Abteilungsleitung oder höheres in Frage kommt). Ein wirtschaftliches Zertifikatsstudium oder ein MBA wären hier die möglichen Optionen.

  • Interesse am verwandten Gebiet
  • Ein reines Interessenstudium kann ohne jede Überlegung in Hinblick auf die Karriere aufgenommen werden. Denkbar ist, dass ein Absolvent der Erziehungswissenschaften sich konkret für Psychologie interessiert (was im Studium der Erziehungswissenschaft nur als Randgebiet behandelt wird), und daher ein Psychologie Fernstudium aufnimmt.

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