Abitur nachholen

Ein solider Abschluss für beruflichen Erfolg

Das Abitur ist der höchste Schulabschluss, der in Deutschland erreicht werden kann. Gleichzeitig ist er der Türöffner für die Ausbildung und das Studium. In fast allen Ausbildungen werden Bewerber mit Abitur den Bewerbern ohne Abitur vorgezogen. Was früher nur die absolute Bildungselite erreichen konnte, ist heute zum Standard geworden.

Das Abitur wird auch als die allgemeine Hochschulreife bezeichnet und auf einem Gymnasium absolviert. Den Namenszusatz „allgemein“ verdient sich das Abitur dadurch, dass es ein weingefächertes Wissen vermittelt. Deshalb müssen Prüfungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen abgelegt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Das Abitur abzulegen ist somit mehr als sinnvoll. Allerdings erreichen nicht alle Schüler diesen Schulabschluss. Natürlich kann auch ohne das Abitur erfolgreich eine Ausbildung begonnen werden. Dennoch wünschen sich viele Personen nach einigen Jahren, doch noch das Abitur abzulegen. Heutzutage stellt das kaum noch ein Problem dar. Das Angebot ist in diesem Bereich sehr hoch. So kann der höchste Schulabschluss auch neben der Berufstätigkeit erlangt werden.

Der erste und der zweite Bildungsweg

Wird das Abitur als Schüler eines Gymnasiums abgelegt, wird das als der erste Bildungsweg bezeichnet. Es handelt sich damit um den „üblichen“ Weg, den Abschluss zu erlangen. Wer das Abitur nachmacht, der entscheidet sich somit für den zweiten Bildungsweg. Es muss somit nicht befürchtet werden, dass eine Rückkehr in die Schule erfolgen muss.

Hinweis:
Der erste Bildungsweg kann zwar ebenfalls im Anschluss noch gewählt werden, dafür darf die Person allerdings nicht älter als 21 Jahre sein. Außerdem muss dann auch mindestens ein Realschulabschluss vorliegen.

Wer sich für den zweiten Bildungsweg entscheidet, der sollte sich überlegen, wie viel Zeit er dafür investieren kann. Das Abitur erfordert schließlich eine Menge Lernaufwand. Damit tun sich besonders Personen schwer, die bereits seit mehreren Jahren keine Schule mehr besucht haben. Deshalb sollte dabei realistisch geplant werden.

Wer beispielsweise tagsüber seiner Arbeit nachgeht, für den empfiehlt sich eine Abendschule oder eine freie Einteilung des Lernstoffs.

Besonders die eigenen Einteilung erfordert eine Menge Disziplin und eine sehr gute Organisation.

Die unterschiedlichen Möglichkeiten

Wer sich für den zweiten Bildungsweg entscheidet, hat viele Möglichkeiten. Sowohl Volkshochschulen, als auch Abendgymnasien und Fernschulen bieten die Möglichkeit, das Abitur nachzuholen. Die Abendgymnasien werden am meisten genutzt. Denn sie bieten nicht nur eine Unterstützung durch Lehrpersonal, sondern sie lassen sich mit der Arbeit der Absolventen gut vereinen. Ein Fernstudium kann hingegen mittlerweile online absolviert werden, die Unterstützung fällt dann allerdings geringer aus.

Die Voraussetzungen und Anforderungen

Die Bildung ist grundsätzlich Sache der Länder. Deshalb ist es kaum möglich, bei den Anforderungen und Voraussetzungen konkret zu werden. Der zukünftige Absolvent sollte sich deshalb gut informieren, welche Voraussetzungen in seinem Bundesland gelten. Ohne einen bereits vorhandene Schulabschluss ist das Nachholen des Abiturs allerdings in ganz Deutschland unmöglich. Denn schließlich baut es auf die anderen Abschlüsse auf. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung (und eventuell drei Jahre Berufserfahrung) vorweisen kann, der entgeht teilweise dieser Regelung.

Die gewählte Bildungseinrichtung kann allerdings auch eigenen Voraussetzungen formulieren. Eignungstests oder Leistungsnachweise sind in diesem Gebiet durchaus üblich.

Hinweis:
Wer sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholt, der sollte dafür bis zu vier Jahren einplanen. Dabei liegt das Wochenpensum bei etwa 20 Stunden. Außerdem muss der zukünftige Absolvent mindestens 19 Jahre alt sein.

Die Abiturprüfung

Wer sich dafür entscheidet, sein Abitur nachzuholen muss sich einer staatlichen Kommission stellen, um die Prüfung abzulegen. Wenn diese bestanden wird, dann ist das Abitur erlangt. Dieses unterscheidet sich nicht zu dem Abitur des ersten Bildungswegs. Es findet somit keine Benachteiligung oder ähnliches statt, nur weil das Abitur nicht auf dem „üblichen“ Weg erlangt wurde.

Die Prüfung wird entweder in den Räumlichkeiten der Abendschule oder bei einem Partner vor Ort abgelegt, wenn sich für eine Fernschule entschieden wurde.

Das Abitur besteht auch hier immer aus zwei Leistungsfächern. Mathematik und Deutsch müssen fast immer gewählt werden, ebenso wie eine Fremdsprache und ein weiteres Fach. Bei dem weiteren Fach handelt es sich üblicherweise um Geschichte, Geographie oder Biologie. Hier kann sich der Absolvent meist frei entscheiden. Dabei handelt es sich jedoch nur um die Fächer der schriftlichen Prüfung. Während der Vorbereitung auf das Abitur muss der Schüler auch noch andere Fächer belegen und in diesen Klausuren schreiben. Die Noten, die er hier erhält, wirken sich auch auf die Abiturnote aus.


Hinweis:

Allerdings ist die Gewichtung deutlich geringer, als bei den Abiturprüfungsfächern. Sie zählen also weniger. An die schriftliche Prüfung schließt sich eine mündliche Prüfung an. Sie wird meist einige Wochen später abgehalten und ermöglicht es dem Schüler, seine Abschlussnote positiv zu beeinflussen.

Die Kosten für den zweiten Bildungsweg

Zunächst sei noch kurz erwähnt, dass keine Kosten anfallen, wenn sich für den ersten Bildungsweg entschieden wird. Dann wird schließlich ein herkömmliches (kostenloses) Gymnasium besucht. Sobald die Person allerdings älter als 21 Jahre ist, kann der erste Bildungsweg nicht mehr genutzt werden. Die Kosten für den zweiten Bildungsweg sind sehr unterschiedlich. Besonders bei den Fernschulen ist allerdings mit einer recht hohen monatlichen Gebühr zu rechnen. Diese können bis zu 200 Euro pro Monat betragen. Abendgymnasien sind deutlich günstiger.

Meist tragen die Schüler hier nur die Kosten für das Material (Bücher, Hefte, Taschenrechner, ect.), da die Schulen staatlich unterstützt werden.

Hinweis:
Für Personen, die ihr Abitur nachholen möchten, werden auch spezielle Fördermöglichkeiten angeboten. Stipendien oder Bafög bieten dann eine gute finanzielle Unterstützung.

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