Richtig Lernen – im Studium erfolgreich lernen

Wer sich für einen Master oder ein Fernstudium entscheidet, der hat sicher alles mögliche, aber nicht jede Menge Zeit. Gerade nebenberufliche Studiengänge fordern von den Teilnehmern viel ab. Tagsüber muss man dem normalen Job nachgehen, sich mit den alltäglichen Problemen abmühen, am Abend wartet dann nicht der erholsame Feierabend auf der Couch, sondern eine stressige Lerneinheit. Gerade wenn die Zeit knapp ist und die Anforderungen groß kommt es auf die richtigen Lerntechniken an. Es ist unabdingbar, dass man hier keine Zeit mit sinnlosen Übungen vergeudet, sondern sich auf das wesentliche konzentriert. Richtig lernen – das ist die Kunst, die so mancher im Studium gelernt hat und inzwischen wieder auffrischen muss. Andere, die sich für einen Master oder ein Fernstudium entscheiden, müssen ganz neue Lerntechniken anwenden, um mit der knapperen Zeit klar zu kommen. Ein elementarer Bestandteil des Lernens besteht aus Wiederholung. Wer im Studium genügend Zeit für jede Menge Wiederholungen hatte, der wird dies bei nebenberuflichen Weiterbildungen vermissen.

Was sind die Zeitfresser?

Den Begriff Zeitfresser kennen viele Berufstätige aus dem Zeitmanagement. Hier geht es darum, Aufgaben zu identifizieren, die den Großteil des Arbeitsalltags ausmachen, aber nicht sehr effektiv sind. Auch beim effektiven Lernen gilt es, solche Zeitfresser zu identifizieren. Richtig Lernen bedeutet auch, dass man die knappe Zeit effektiv für die wichtigen Themen und Lernmethoden einsetzt und sich nicht mit unwichtigen Sachen aufhält. Mögliche Zeitfresser beim Lernen können Ablenkungen sein. So stößt man beim Lernen auf ein interessantes Thema und benutzt Google und Wikipedia, um Hintergrundinfos zu erfahren. Und dann gibt es ja noch diese interessanten Links zum nächsten Thema und schon hat man eine Stunde relativ sinnlos verbracht. Konzentration auf das Wesentliche ist also schon mal ein Weg zum erfolgreichen Lernen. Damit man weiss, was Zeitfresser sind, sollte man eine Liste machen. Hier kann man alle Punkte aufschreiben, die in der Vergangenheit vom Lernen abgehalten haben bzw. beim Lernen viel Zeit beansprucht haben. Wer diese Liste vor sich liegen hat, der wird deutlich besser damit klar kommen, Zeitfresser in Zukunft zu vermeiden bzw. einzudämmen.

Wie gehe ich beim Lernen vor?

Wie so oft im Leben sollte man nicht einfach planlos mit einem Buch anfangen zu lernen. Auch das Skript aus der Vorlesung oder der Lernbrief können hier keine Wunder wirken, wenn man sich nicht genau strukturiert, wie gelernt werden soll. Die ideale Voraussetzung, soviel vorab, ist sicherlich die eigenhändige Produktion von Lernskripten. Wie ist das gemeint? Wer die Zeit hat und wichtige Kapitel in Fachbüchern selber zu überschaubaren Stichpunkten umschreibt, der hat bereits einen wichtigen Schritt im Lernprozess hinter sich gebracht. Die Rede ist hier von der Reduktion des Stoffes. Im Prozess der Reduktion wurde der Stoff automatisch bereits verarbeitet. Das weitere Lernen mit den eigenen Stichpunkten kann so deutlich effektiver ablaufen, als wenn man von fremden Skripten und Stichpunkten lernt. Das Vorgehen bei der Stoffreduktion sieht also folgendermaßen aus:

  • Relevante Kapitel wählen
  • Stoff lesen
  • Schwerpunkte herausfiltern
  • Stichpunkte erstellen
  • Kurz und knapp schriftlich erklären

 

Diese Stichpunkte sind nun quasi die Basis für das weitere Vorgehen im Lernprozess. Wichtig ist es jetzt, das Lernen in den alltäglichen Ablauf zu integrieren. Anstatt sich Abend für Abend mehrere Stunden hinzusetzen und den Stoff einzupauken ist es viel effektiver, häppchenweise zwischendurch zu wiederholen. Lernen bedeutet in erster Linie wiederholen. Und das ist nunmal effektiver, wenn man es nicht hintereinander am Stück macht, sondern über den Tag verteilt mit ordentlichem zeitlichen Abstand. Wie kann ich den Lernstoff in den Alltag integrieren:

  • Beim Frühstück die Stichpunkte durchlesen
  • In der Straßenbahn nochmal durchlesen
  • Im Aufzug bei der Arbeit Inhalte in Gedanken durchgehen (Abruf)
  • In der Mittagspause nochmal kurz Gedanken niederschreiben
  • Auf dem Heimweg Stichpunkte lesen

Der Effekt, der hier erzielt wird, bedeutet nix anderes, als eine ständige geistige Bearbeitung des Stoffes. Durch wiederholtes Lesen der Stichpunkte wird der Stoff weiter verfestigt, durch innerlichen Aufsagen der Inhalte wird der Abruf trainiert. Gleiches gilt durch erneutes Aufschreiben der wichtigsten Fakten. Gerade diese Abrufmethoden über mehrere Kanäle (schriftlich, quasimündlich…) simulieren effektiv die kommenden Prüfungssituationen. Je nachdem, ob es sich dann um einen mündliche oder schriftliche Prüfung handelt. Die Krönung ist dann natürlich der Monolog vor dem Badspiegel, bei dem man den ganzen Stoff mündlich herunterbetet. Besser kann die Lernvorbereitung auf eine mündliche Prüfung kaum laufen.

Multimediale Verarbeitung

Je mehr Sinne bei der Verarbeitung des Lernstoffes berührt werden, desto fester wird man den Stoff verinnerlichen können und umso eher klappt auch der Abruf. Reiner Text ist also nicht unbedingt die beste Basis für eine effektive Wissensverarbeitung. Beser ist da schon ein Medienmix. Wie kann man also Inhalte für verschiedene Sinne aufbereiten:

  • Text auf Band sprechen und abhören (Hörsinn)
  • Inhalte als Skizze / Modell zeichnen (Sehsinn)
  • Bilder zu den Inhalten suchen (Sehsinn)
  • Inhalte mit anderen Personen diskutieren (Hörsinn)

Es gibt sicherlich noch mehr und noch abstraktere Methoden zur Verarbeitung von Lernstoff. Man kann Inhalte auch in Form von Gesang wiedergeben oder mit gymnastischen Übungen vorturnen. Übertreiben sollte man es aber nicht. Von effektivem Lernen kann dann nicht mehr die Rede sein. Wie zu Beginn des Artikels angesprochen steht ja nur ein begrenzter Zeitrahmen zur Verfügung. Die Lösung ist also die bestmögliche Integration des Lernprozesses in die alltäglichen Arbeitsprozesse. Idealerweise können so sogar Synergieeffekte zwischen einzelnen Lernmethoden zum Tragen kommen. Wer beispielsweise täglich auf dem Weg zur Arbeit in der Straßenbahn den Lernstoff einübt, der verknüpft einzelne Fakten unter Umständen mit Stationen, an denen die Bahn hält. Das kann unterbewusst oder absolut gewollt ablaufen. Hier würde man Mnemotechniken einsetzen und Faktenwissen mit Orten oder sonstigen Dingen im Gedächtnis verknüpfen. Wenn es wirklich nur um Faktenabruf und nicht um komplexe Zusammenhänge geht kann diese Technik durchaus erfolgreich sein.